Argentan I deckte zeitlebens auf der Station Bargstedt und hat hier sowohl
internationale Spitzenpferde als auch Stuten höchster Bonität
geliefert. Argentan I, dessen bedeutendster Hengst-Sohn Argentinus ist,
hatte das Image eines "Stutenmachers", ohne dabei eine "Leistungsbremse"
zu sein. In Hannover's Zuchtgeschichte hat es durchaus Hengste gegeben,
die als Stutenmacher bezeichnet wurden, nachdem man erkannte, dass sie trotz
mannigfacher Chancen sportlich nichts zu bewerkstelligen vermochten. Argentan
II, der jüngere schimmelfarbene Vollbruder, verkörperte den Trakehner
Typ des Lateran und hatte als Privathengst in Bayern nur wenig züchterische
Chancen. Argentan I wurde zum stärksten Verbreiter des Absatz-Blutes
in der züchterischen Gegenwart. Er zeichnet sich aus als Lieferant
internationaler Springpferde und begeisternder Schaustuten wie Arabella,
Aragonia und Ascona. Überdies brachte er insgesamt 19 gekörte
Söhne und 119 Staatsprämienstuten.
Einen seltenen Passereffekt ergab die Paarung von Argentan I an die Einglas-Tochter Elfenfee. Sie wurde Mutter des gekörten Hengstes Amani, der Bundessiegerstute Arabella und des Spring-World-Cup-Siegers Aramis/Mario Deslauriers. Eine Leistung, die bis heute unerreicht geblieben ist. Ähnliche Erfolge glückten in Anpaarung an Töchter des Duden II. Bedeutendstes Aushängeschild dieser Verbindung ist der Spitzenvererber Argentinus, aber auch der gekörte Atheist, der in nur zwei Deckjahren in Ostfriesland eine Reihe nützlicher Sportpferde stellte, und das Spitzenpferd Itschutschuna/Achaz von Buchwaldt entstammen dieser Blutkombination. Bezeichnenderweise gingen Atheist und Itschutschuna gleich aus dem ersten Fohlenjahrgang des Argentan I hervor.
Doch auch in den folgenden Jahrgängen stellte Argentan I stets Spitzenprodukte.
Seine Kinder waren nicht auf eine Disziplin zu fixieren. Manchmal hatten
sie bei allen Vorzügen ein etwas überladenes Genick. Ein Merkmal,
das auch bei den Nachkommen seiner Söhne manchmal auffällt. 1994
wurde Argentan I zum Hannoveraner Hengst des Jahres gekürt. Er ist
29 Jahre alt geworden und ist ein Paradebeispiel für Härte und
Langlebigkeit. Auch einen im hohen Alter zugezogenen Kieferbruch überlebte
er problemlos.
