"Donnerwetter!", sagte Otto Schulte-Frohlinde im Herbst 1979,
als der rappfarbene Junghengst von der Verdener Körung den Transporter
verließ, und sogleich war der Name für den Disput-Sohn gefunden.
Donnerwetter war der einzige gekörte Sohn seines Vaters Disput, dieser
seinerseits war der einzige gekörte Sohn des Diskant. Ihm kam als Erzeuger
des unvergessenen Deister 6/Paul Schockemöhle große Bedeutung
zu. Deister war zwar der bekannteste Diskant-Nachkomme, keineswegs aber
das einzige bessere Springpferd von Diskant. Insofern hatte Disput, dessen
zwölfjähriger Deckeinsatz in Luhmühlen teilweise noch parallel
lief mit der kometenhaften Karriere seines springenden Halbbruders Deister,
zumindest einige züchterische Chancen. Bis auf Donnerwetter ist dabei
allerdings nicht allzu viel herausgekommen. Doch dieser war ein absoluter
Volltreffer, vermutlich aufgrund der wertvollen mütterlichen Abstammung.
Die Mutter Melli war eine Tochter des geschätzten Matador, der über
Marconi-Lugano I die bedeutenden Vollblüter Marcio xx und Der Löwe
xx miteinander verband. Als Urgroßvater firmierte nochmals der überragende
Der Löwe xx. Somit führte Donnerwetter ausschließlich Hengste
der Station Luhmühlen im Pedigree.
Auch wenn die heute nicht mehr existente Heidestation dem hannoverschen Zuchtgeschehen kaum nennenswerte Impulse gegeben hat, der weltweiten Zucht gab sie mit Donnerwetter einen ganz entscheidenden. Bereits im ersten Deckjahr zeugte er in Donnerhall den heute sicherlich bedeutendsten Zucht- und Sporthengst seiner Generation. Mit Dark As, Diamant, Dobrock, Don Wienero L, Donnerkiel und Donnerklang hinterließ er noch sechs weitere gekörte Söhne, die alle nur im begrenzten Rahmen züchterisch genutzt wurden und dennoch stets beste Vererbungsergebnisse aufzuweisen hatten. Donnerwetters Leben hatte nicht nur schöne Seiten. Schon früh war er mit Herbert und Karin Rehbein bis Grand Prix erfolgreich. Durch die Rekrutierung der Söhne Donnerhall und Donnerkiel für den Grönwohldhof ging Donnerwetter 1985 in belgischen Besitz über. Aus dem züchterisch und sportlich bedeutenden Donnerwetter wurde der mittelmäßig erfolgreiche Sporthengst Descartes. Es schien, als sollte sich dennoch wieder alles zum Guten wenden, als Otto Schulte-Frohlinde den Rappen 1989 zurückkaufte. Doch die Freude über das erfolgreiche Comeback des Schwarzen in Zucht und Sport währte nicht lange: Nach nur einem erneuten Deckjahr auf dem Grönwohldhof wechselte Donnerwetter 1990 auf Nimmerwiedersehen in die USA. Anders als sein Vater Disput vermochte er seine Qualitäten einer breiten Masse an Nachkommen mitzugeben.
So hat allein Donnerhall mit Donnerschlag 5 und Disco Dernier zwei hocherfolgreiche Vollbrüder, die sehr zur Freude des Züchters Otto Gärtner immer besser werden. Dieser ist nämlich auch während Donnerwetters Zeit im Ausland seiner Linie treu geblieben und nutzte die TG-Sperma-Vorräte von Donnerwetter auf dem Grönwohldhof. Viele Züchter scheuen nach wie vor den Einsatz von TG-Sperma, doch für Otto Gärtner macht sich diese damals wie heute nicht sonderlich populäre Entscheidung jetzt nicht nur doppelt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes sogar dreifach bezahlt.
