Graphit hat insgesamt 19 Jahre auf der Station Hänigsen, unweit von
Hannover gestanden, und für die deutsche Pferdezucht Großartiges
geleistet. Er war stets ein alle Blicke auf sich ziehender Brauner mit viel
Imponiergehabe, aber auch mit hochklassigen Reitpferdequalitäten. Trotz
seines steilen, geschliffenen Vorderbeins und seiner knappen Schulter und
Sattellage sowie seiner kurzen und wenig elastischen Hinterfessel, gab er
vielfach große, ausdrucksvolle Bewegungen mit und vererbte dazu meist
eine weit über dem Durchschnitt anzusiedelnde Springveranlagung. Wenn
der Vater Grande im Erscheinungsbild durchkam, die Graphit-Nachkommen also
bunte Dunkelfüchse waren, dann ging diese Ähnlichkeit zum Großvater
oftmals mit mehr Temperament einher, die bei Grande und seinen direkten
Nachkommen nicht zu beobachten waren. Allerdings sind gerade diese Pferde
zu größten sportlichen Leistungen befähigt gewesen. Sein
international bedeutendster Nachkomme war möglicherweise der Schimmelwallach
Graf George, der über die Verdener Auktion in US-Besitz überwechselte.
Mit Michael Poulin und Günter Seidel war er zweimal Bronzemedaillengewinner
mit dem US-Team auf den Olympiaden in Barcelona und Atlanta, ferner Sieger
zahlreicher Grand-Prix-Konkurrenzen und "Horse of the Year".
Lange Jahre dominierte Graphit als Aktionstraber während der Celler Hengstparaden. Dem Landgestüt Celle ist es nicht gelungen, einen Hengst-Sohn des Graphit in seinen Bestand einzureihen. Allerdings sind mit den Privathengsten Gloster, Grannus, Grundstein I und Grundstein II vier hervorragende Graphit-Söhne, die ausnahmslos als Leistungsvererber gehobener Klasse angesehen werden können, der hannoverschen Züchterschaft zur Verfügung gestellt worden. Vor allem Grannus hat sich über zahlreiche Hengstsöhne stark verbreiten können. In den anderen deutschen Zuchtgebieten kamen mehrfach Graphit-Söhne in den Einsatz. In Baden-Württemberg deckten Gitano und Graphito und waren bereits wieder abgetreten noch ehe Graphit als Leistungsvererber Karriere machte. In Hessen rekrutierte man Goethe, Gomez, Goldfinger und Graphitano, von denen vor allem Letzterer beste Reitpferde brachte. Westfalen landete mit General I einen Volltreffer und hatte mit General II, Glamour R, Gracchus und Graf Spee noch weitere Graphit-Söhne verfügbar. Grandus machte in Rheinland-Pfalz-Saar als zeitlebens hochgeschätzter Zweibrücker Landbeschäler Karriere.
