Einer, den keiner übersieht, an dem niemand vorüber geht, der die Blicke auf sich zieht,
wie kaum ein anderer: Das ist Argentinus.

Der Hannoveraner, der die FN-Nachkommens-Gewinnsummen-Statistik seiner Altersklasse unglaubliche siebenmal anführte, ist ein wahres Vererbungs-Genie. Nur wenigen Hengsten gelingt es, unter ihren Nachkommen immer wieder Hochleistungspferde für internationale Aufgaben sowohl im Dressur- als auch im Springsport zu stellen. Argentinus hat dieses Meisterstück mehrfach vollbracht. 1996 war der Sohn des Celler Landbeschälers Argentan I gemessen an den Preisgeldern seiner Kinder deutschlandweit der jüngste Millionär. Selbst in Springprüfungen der schweren Klasse erfolgreich, kann der imposante Beschäler auf über 28 gekörte Söhne und 48 Staatsprämienstuten blicken. Pferde wie der Oldenburger Albano, der unter Heike Kemmer im Jahr 2001 europäisches Mannschaftsgold auf dem Viereck holte, Isabell Werths viel zu früh eingegangener zweifacher Deutscher Meister Amaretto oder die zehnfache Nationenpreis-Teilnehmerin Autogramm unter Thomas Mühlbauer - sie alle verkörpern die beispielhafte Leistungsbereitschaft der Argentinus-Nachkommen aufs Deutlichste. In Zahlen ausgedrückt: Über drei Millionen Mark, umgerechnet rund 1,5 Millionen Euro verdienten seine Kinder bisher.


Argentan

Argentinus

Nur wenige Kilometer vom Elbdeich entfernt wurde, Argentinus am 15. Februar 1980 bei dem Landwirt Jacob Büther im niedersächsischen Hollern im Landkreis Stade geboren. Seine Mutter Dorle war 15 Jahre alt, als sie den braunen Hengst mit dem charakteristischen auslaufendem Stern und der Schnippe auf die Welt brachte. "Dorle war ein treues, anständiges Pferd mit einem tollen Charakter", erinnert sich Züchtertochter Jutta Hagner an die Staatsprämienstute. "Sie war ein Arbeitspferd, ein bisschen schwer, eben ganz im Typ des damaligen Hannoveraners."
Als Absetzer verkaufte Büther den Argentan-Sohn an den Hengstaufzüchter Jan Munderloh in Elsfleth. Entdeckt hat ihn Heinrich Klatte sen. bei der Hengstvorauswahl für die Oldenburger Körung. "Schon damals war Argentinus ein imponierendes Pferd. Er fiel bereits auf, als er aus dem Stall herausgeführt wurde. Mein Mann wollte ihn gleich haben, noch bevor der Hengst die Zulassung zur Körung erhalten hatte", denkt Gisela Klatte zurück. Und Sohn Heinrich erinnert sich: "Mein Vater kam ganz aufgeregt nach Hause - 'ich glaube, ich habe einen Hengst gesehen, den muss ich unbedingt kaufen' sagte er." Doch das war nicht so einfach: Über zwei Tage zogen sich die Verhandlungen hin und schließlich mussten Klattes noch zwei durchschnittliche Jährlinge dazu kaufen, um Argentinus mit nach Hause nehmen zu können. 65.000 Mark wanderten über den Tisch, ehe der Hannoveraner und die Jährlinge verladen werden konnten.


Argentinus 4 jährig

Groß und schmal, elegant, aber ein wenig kantig - so zog Argentinus als Zweieinhalbjähriger auf dem Zuchthof Klatte im oldenburgischen Klein Roscharden ein. Seine Box - die erste auf der linken Seite im Hengststall - hat er nie verlassen. Argentinus gehört zur Familie wie kaum ein anderes Pferd. "Bei mir können Sie alles kaufen, nur meine Frau und meine Kinder, Grannus und Argentinus nicht", sagte Heinrich Klatte senior einmal.

Auf der Körung selbst ließ sich sogar Körkommissar Uwe Heckmann zu Begeisterungsstürmen hinreißen, so imponierend präsentierte sich der zweieinhalbjährige Argentinus damals schon. Siegerhengst wurde jedoch der Waldlöwe-Sohn Waldstern, nur einen Rang dahinter fand sich der Klein Roschardener Neuzugang - Ib-Prämie. Zwei Jahre später ließ Argentinus seine Konkurrenten um die Hauptprämie - bewertet werden Eigenleistung und erster Fohlenjahrgang - hinter sich und rangierte unangefochten an erster Stelle. Diesen Sieg und den weiteren Triumphzug Argentinus' mitzuerleben, war seinem Züchter Jacob Büther nicht mehr vergönnt. Er starb 1984, als der erste Jahrgang von Argentinus geboren wurde, im Alter von 77 Jahren.

Bereits bei der Hengstleistungsprüfung, die Argentinus 1983 in Adelheidsdorf absolvierte, bewies der Braune seine vielseitige Eignung. Mit 126 Punkten schloss er in einem 54-köpfigen Lot als Gesamtdritter ab. Vierjährig ging der Braune das erste Mal aufs Turnier - eine Springpferdeprüfung der Klasse A stand auf dem Programm. Souverän drehte Argentinus unter Andreas Nienaber seine Runde - erster Platz. Zur damaligen Zeit war es noch ein Novum, aktive Deckhengste im Turniersport vorzustellen. Ein Jahr später sammelte der Hannoveraner gelbe Schleifen in Springpferdeprüfungen der Klasse L. Auch den ersten Start unter Heinrichs Bruder Guido Klatte, der in Lastrup ein weltweit operierendes Transport-Unternehmen für Pferde betreibt, münzte er in einen Sieg um. Mittlerweile bis zur Klasse M erfolgreich, nahm 1987 erstmals die mittlerweile in Australien lebende Alexandra Klatte in Argentinus' Sattel Platz und stellte ihn in Stilspringen und Zeitspringen vor. Ob unter der Amazone, mit Guido, später mit Juniorchef Henrik - Argentinus stellte bis zum Alter von elf Jahren sein Potenzial auf Turnieren unter Beweis. Insgesamt sammelte er knapp 4.000 Euro an Gewinngeldern.


Alexandra Klatte - Argentinus

Leistungsbereitschaft - das ist wohl eines der Hauptcharakteristika des imposant aufgemachten Vererbers. Es gibt Hengste, denen sieht man ihr Ausnahmepotenzial an - Argentinus gehört ohne Zweifel dazu. Mit stolz gewölbtem Kragen tänzelt er an der Hand seines langjährigen Betreuers und Besamungswarts Werner Venekamp zur Deckstation. Ein herrisches Wiehern, ein aufgeregtes Schweifschlagen, Adern, die sich plastisch unter der Haut abzeichnen. "Ein Pferd mit hervorragendem Charakter", bezeichnet ihn Venekamp. Nur manchmal zaubert Argentinus seinem Vorführer kleine Schweißperlen auf die Stirn. Dann nämlich, wenn der Showman Publikum spürt. "Kein Trabtritt ist dann mehr möglich, auf der Stelle galoppierend, tänzelnd, piaffierend, wiehernd, schnaubend - so kennt man Argentinus auf unseren Hengstvorführungen und der Oldenburger Althengstparade. Dann macht er einfach was er will, verhält sich wie ein Dreijähriger, der das ganze Jahr nicht draußen war und dreht enorm auf." Im Stall aber, im Umgang, beim Putzen, Reiten, ja sogar beim Decken - ein Lamm. "Zuhause ist Argentinus immer lieb", so Venekamp. Doch es gibt noch eine Eigenart, die Argentinus wohl nie ablegen wird: Als hätte er ein Thermometer an seiner Box, zieht sich Argentinus bei Temperaturen über 15 Grad die Decke aus. Von selbst, versteht sich. Das Erstaunliche: "Morgens liegt die Decke dann in der Ecke, nicht zerrissen oder kaputt, nein, sie liegt einfach da wie frisch zusammengelegt. Beobachten konnten wir ihn noch nie, wenn er sie sich auszieht, aber er macht das so raffiniert und geschickt, dass wir anfangs dachten, jemand hätte vergessen, sie ihm anzuziehen", schmunzelt Ingrid Menne, Lebensgefährtin von Heinrich Klatte.


Argentinus - Hengsparade

Argentinus


Charakter und Charisma, beides hat Argentinus im Übermaß. "Einmal sprang er aus seinem Paddock in die Nachbarweide, deren Tor offen war. Da stand er dann und begann zu grasen. Ein anderer hätte richtig Krawall gemacht, Argentinus nicht", erinnert sich Juniorchef Henrik Klatte. Doch bei aller Umgänglichkeit - auf eines besteht der Hengst vehement: Seine Ausnahmestellung im Hause Klatte. Wenn Besucher auf den Hof fahren, die Tür zum Hengststall geöffnet wird und Schritte an seiner Box vorbeiführen, ohne sie zu öffnen, sie gar zu einer anderen Box gehen und dort verweilen - oh je. Dann ist der Meister beleidigt, dreht sich mit dem Hinterteil zur Tür und steht mit dem Kopf in der Ecke. Starallüren nennt man das.


Argentinus

Argentinus

Abstammungsgemäß führt Argentinus klassisches Hannoveraner Leistungsblut in seinen Adern. Die Langlebigkeit scheint ihm in die Wiege gelegt worden zu sein: Vater Argentan I, der als Beschäler des niedersächsischen Landgestüts Celle zeit seines Lebens auf der Traditions-Station Bargstedt gewirkt hat, wurde 29 Jahre alt. Muttervater Duden II erreichte gar 30 Lenze.


Argentan I

Argentan I stellte neben seinem bekanntesten Sohn Argentinus 18 gekörte Hengste und nicht weniger als 119 Staatsprämienstuten. Gerne als klassischer Stutenmacher bezeichnet, finden sich unter den Argentan I-Kindern auch wahre Spitzensportler: Aramis etwa, der mit dem Amerikaner Mario Deslauries zum World Cup-Sieger im Springen gekürt wurde. Argentan I, dessen schimmelfarbener Vollbruder Argentan II als Privathengst in Bayern wirkte, kann als Doppelvererber im besten Sinne gelten. Über ihn führt Argentinus das Blut des prägnanten Typvererbers Absatz, der ein Sohn des über Generationen unverkennbaren Schmelz mitgebenden Trakehners Abglanz ist. Argentan I gelang das Meisterwerk, an drei aufeinanderfolgenden DLG-Schauen die Siegerstuten zu stellen, von denen Aragonia und Arabella 1979 und '83 zur Bundessiegerstute gekürt wurden.
Bewegungsdynamik und Antrittstärke gab der großartige Duellant über seinen Sohn Duden II, Argentinus Muttervater, mit. Ein Spritzer Blut des harten Vollblüters Der Löwe xx rundet Argentinus' Pedigree ab. In einem Satz: Zu seiner Zeit bestes hannoversches Leistungsblut konsolidierte sich in Argentinus' Adern.

Wo Argentinus draufsteht, ist auch Argentinus drin - Hengste, deren Nachkommen ohne einen Blick auf das Papier ihren Vater erkennen lassen, gibt es nicht viele. Der Klein Roschardener Hauptbeschäler gehört ohne Zweifel dazu. Bereits aus seinem ersten Fohlenjahrgang stammt der gekörte Hengst Azarro, der von 1987 bis '92 in Australien auf dem Gestüt von Heinrichs Bruder Ulrich Klatte wirkte. Dort war der Fuchs auf dem Dressurviereck bis St. Georg erfolgreich und hinterließ eine Reihe erfolgreicher Nachkommen. Zurück in Deutschland erwarb ihn der Mecklenburger Springreiter Holger Wulschner und stellte Azarro als Premierenhengst auf seiner neu gegründeten Station auf. "Ein Pferd mit unbegrenzten Möglichkeiten, viel Vermögen und großer Vorsicht", beschreibt Wulschner den Hengst, der mit ihm fortan unter dem Springsattel erfolgreich startete. 1995 wurde das Paar achter auf den Deutschen Meisterschaften, gewann mehrere S-Springen, stand auch in Mächtigkeitsspringen ganz vorne und platzierte sich 1996 auf dem größtem Turnier der Welt, dem CHIO Aachen.


Azarro

Nach seiner internationalen Parcours-Karriere wurde wieder umgesattelt und Azarro sammelte unter Wulschners Frau Iris Schleifen im Dressurviereck. Ein Beweis der Doppelvererbung seines Vaters Argentinus. Azarro selbst spielt auch als Vererber eine gehörige Rolle: Sein Sohn Astello wurde 1997 Körsieger von Mecklenburg und startete ein Jahr später in der Konkurrenz um das Bundeschampionat der Reitpferde. Mehrere Azarro-Nachkommen sind bereits S-platziert, darunter die nach ihren Auftritten im Bundeschampionat-Finale der sechsjährigen Springpferde nach Kanada verkaufte Stute Amber. Über 30.000 Euro beträgt die Lebensgewinnsumme der Azarro-Nachkommen, der Hengst selbst kann auf nahezu dieselbe Summe blicken.


Autogramm

Auch der zweite, 1985 geborene, Jahrgang von Argentinus kann mit einem Ausnahme-Highlight aufwarten: Die Stute Autogramm, gezogen aus einer Grannus-Mutter, avancierte unter Thomas Mühlbauer zu einem der erfolgreichsten internationalen Springpferde. 22-jährig siegte der Bayer mit ihr in den Nationenpreisen von Prag und Sopot, gewann 1994 das Volvo-Cup-Finale in Dortmund und siegte ein Jahr später im Großen Preis von San Sebastian. "Autogramm war das Pferd, das mich nach oben brachte, mit ihr bin ich durch dick und dünn gegangen. Zu Hause war sie sehr schwierig, 'die Verrückte' hieß sie bei uns nur, aber auf dem Turnier gab sie alles und kämpfte voll mit", denkt Mühlbauer zurück. Autogramm, die knapp 300.000 Mark Lebensgewinnsumme vorweisen kann, steht noch immer auf seiner bayerischen Anlage und bekam 2002 ein Hengstfohlen von Rasso.
Allein die Namen der Reiter, die einen Argentinus unter dem Sattel haben, liest sich wie das Who is Who der deutschen Reitsport-Elite: Olympia-Goldmedaillen-Gewinner Marcus Ehning setzt die Argentinus-Tochter Anka als bestes Pferd in seinem Stall direkt nach dem Ausnahmespringer For Pleasure. Die Fuchsstute war bereits auf dem Bundeschampionat 1997 Vizechampionesse der Sechsjährigen und qualifizierte sich 2002 für das Weltcup-Finale von Leipzig. "Sehr ausgeglichen und schön zu reiten mit ganz viel Vermögen", charakterisiert Ehning sie.


Anka

Atlantus As

Doppel-Olympiasieger Lars Nieberg hat mit dem 1993 geborenen Adlantus As ein Pferd internationalen Formats unter dem Sattel. Der gekörte Hengst hat bereits über 43.000 Euro im Parcours gewonnen. Einer der ersten hoch erfolgreichen Sportpferde von Argentinus war der 1984 geborene, von Heinrich Klatte selbstgezogene, Aramis, der unter Hans-Günther Gleis elf schwere Springen gewann. Gerd Wiltfang hatte mit dem 1987 geborenen Argentario ein Pferd unter dem Sattel, in dessen Nennungsscheckheft nicht weniger als 46 S-Siege und Platzierungen stehen.


Argentina

Auch der gegenwärtig erfolgreichste Reiter der Welt, Ludger Beerbaum, hatte mit der Stute Grace Argentina ein international siegreiches Pferd im Stall.


Furiosa

Für schnelle Runden bekannt war Furiosa unter Elmar Gundel, die in mehreren Zeitspringen ganz vorne stand.


Argentinus im Viereck

Doch nicht nur die internationalen Parcours dieser Welt versorgte Argentinus in bestechender Konstanz, auch auf dem Dressur-Viereck glänzten seine Nachkommen. Amaretto, westfälisch gebrannt und aus einer Ehrenfried-Mutter gezogen, sollte unter Dressur-Queen Isabell Werth die Nachfolge keines Geringeren als des Ausnahme-Pferdes Gigolo antreten. Doch die Karriere des Dunkelbraunen endete abrupt: 1998 musste Amaretto nach einer Kolik eingeschläfert werden.


Amaretto

Den Tag seines Todes bezeichnet Isabell Werth als einen der schwärzesten Tage ihres Lebens. Zweimal konnte sich die Juristin mit Amaretto, der für umgerechnet rund 75.000 Euro über die Performance Sales Auction in Ankum ging, die Deutschen Meisterschaften für sich entscheiden, sammelte 34 Grand Prix-Siege mit ihm. "Ein Pferd mit einer unwahrscheinlichen Elastizität, einer exzellenten Piaffe und Passage sowie außergewöhnlicher Bewegungsqualität - kurz, ein absolutes Weltpferd", resümiert Dr. Uwe Schulten-Baumer über den Argentinus-Sohn. Mit dem bunten Fuchs Aleppo S hatte Isabell Werth noch einen zweiten Argentinus unter dem Sattel, der nun von Ellen Schulten-Baumer vorgestellt wird. Aleppo S, aus einer Figaro-Mutter gezogen, war 2001 mit umgerechnet rund 21.000 Euro Gewinnsumme das gewinnreichste ehemalige Vechtaer Auktionspferd. "Mein kleines Flugzeug" nannte ihn Isabell Werth einmal - seiner gewaltigen Bewegungen wegen.


Aleppo

Den Sprung in die internationale Spitze, in den Olympia-Kader, in das Championats-Team der Europameisterschaft 2001 - das alles verdankt Heike Kemmer dem Argentinus-Sohn Albano. Mit dem Oldenburger gewann Kemmer europäisches Mannschaftsgold und holte sich 2000 Silber, ein Jahr später Bronze auf den Deutschen Meisterschaften. "Immer einsatzbereit und leistungsfähig, jeden Tag gut gelaunt und immer willig, sein Bestes zu geben - das ist Albano. Durch seinen Ehrgeiz ist er manchmal etwas übereifrig, aber das ist wirklich das einzige "Problem", wenn man es so nennen will, das dieses Pferd hat", so Heike Kemmer.


Albano

Einer, der gerade vor dem Sprung in die Grand Prix-Ebene steht, ist der Hengst August der Starke. Er sorgte bereits im Alter von vier Jahren für eine Sensation: Mit dem Zuschlag von 667.000 Mark, rund 334.000 Euro, avancierte er auf der Vechtaer Frühjahrs-Auktion 1999 zum bis dato teuersten je auf einer Verbandsauktion versteigerten Reitpferd. Sissy Max-Theurer ersteigerte ihn für ihren Stall im österreichischen Rohr. Mit Wertnoten über 9,0 siegte der aus einer Landadel-Mutter gezogene Oldenburger serienweise in Dressurpferdeprüfungen bis zur Klasse M.


August der Starke

Ein weiterer bedeutender Argentinus-Sohn ist der imposant aufgemachte Hengst A Jungle Prince, der 1993 das Bundeschampionat der sechsjährigen Dressurpferde unter dem Rheinländer Thomas Schmitz gewinnen konnte. Aus einer Pik König-Mutter gezogen, deckte der Fuchshengst vier Jahre auf der Hengststation Pape, von wo aus er unter Susan Draper Siege in der schweren Klasse verbuchen konnte und auf Grand Prix-Niveau international unter Schmitz startete. A Jungle Prince's Sohn Avantgarde wurde 1998 mit der Ic-Prämie in Oldenburg ausgezeichnet und deckt nun im sachsen-anhaltinischen Landgestüt Radegast-Prussendorf. "Ein wunderbares Pferd mit allen Möglichkeiten", charakterisiert Isabell Werths langjähriger Trainer Dr. Uwe Schulten-Baumer den A Jungle Prince-Sohn Aldebaran, den er auf der Vechtaer Frühlingsauktion 2000 erworben hatte. Bereits fünfjährig qualifiziert für das Bundeschampionat, gilt der Oldenburger als große Nachwuchshoffnung für Ellen Schulten-Baumer.


A Jungle Prince

Aquilino

Nahezu in allen Zuchtgebieten stehen Argentinus-Söhne im Deckeinsatz. Das Rheinland hat mit Aquilino einen Hengstleistungs-Prüfungssieger, der unter Nationenpreisreiter Peter Weinberg zahlreiche Springpferdeprüfungen für sich entscheiden konnte. Der aus der Elitestute Journesse gezogene Oldenburger kann bereits selbst zwei gekörte Söhne vorzeigen: Aquilino Son und Acido. Bayerische Farben vertritt der Schwaiganger Landbeschäler Asti Spumante, einstiger Publikumsliebling der 97er Körung von Oldenburg und unter Thomas Mühlbauer siebenjährig bereits in schweren Springen erfolgreich.
Noch in den Startlöchern steht der fuchsfarbene Argentinus-Sohn Armitage, der im Jahr 2000 in Oldenburg gekört wurde. Vierjährig siegte der aus einer Grannus-Mutter gezogene Hengst bereits in Springpferdeprüfungen der Klasse A.


Armitage

Doch seine Söhne alleine sind es nicht, die Argentinus als Vererber so wertvoll machen. Eine Argentinus-Stute im Stall hat schon so manchem Züchter erfolgreiche Nachkommen beschert.

Der Rubinstein-Sohn Ruiz Soler ist nach diesem Rezept gezogen. Der 1996 geborene Oldenburger wurde im Jahr 2000 zum Ic-Hauptprämiensieger ausgerufen. Das Jahr war es auch, in dem sein rappfarbener Vollbruder Rubinstolz in Baden-Württemberg gekört wurde.
Ebenfalls aus einer Argentinus-Mutter gezogen ist der Celler Landbeschäler San Brasil, der in seiner Hengstleistungsprüfung von Adelheidsdorf 2000 den zweiten Platz im Springindex erzielte.

Noch lange nicht zu Ende ist die Liste der zucht- und sporterfolgreichen Argentinus-Nachkommen. Und jedes Jahr kommen ein paar weitere Highlights hinzu. Pferde, denen man oft schon im Gesicht ansieht, wer für sie verantwortlich ist: Argentinus. Ein Hengst, der seinen Weg gehen wird - so begann die Geschichte des Ausnahmevererbers. Und das tat Argentinus - von Klein Roscharden aus mit großen Tritten in die große Welt des Pferdesports.

Story von Julia Wentscher