Bei Olympischen Spielen und auf internationalen Championaten sind deutsche Reiterinnen und Reiter seit Jahrzehnten tonangebend und gewannen kaum mehr zu zählende Medaillen in allen klassischen Disziplinen, aber auch im Fahrsport.
Basis dieser großartigen Erfolge ist ein Ausbildungssystem, um das man uns beneidet. Kontinuierliche Leistungen werden aber erst dann möglich, wenn auch die entsprechenden Pferde zur Verfügung stehen.
Diesbezüglich können unsere ReiterInnen,
ganz gleich, welcher reitsportlichen Disziplin angehörend, buchstäblich
aus dem Vollen schöpfen. Die deutschen Reitpferdezüchter, organisiert
in 16 Verbänden, züchten Pferde von Weltniveau. Die alljährlichen
Fohlen- und Stutenschauen so wie Hengstkörungen sind notwendige und
wichtige Selektionsmaßnahmen, um den hohen Standard zu erhalten, wenn
möglich, noch zu verbessern. Auktionen sind als Nachfolger der
ehemaligen Remontemärkte und traditionellen Pferdemärkte gewissermaßen
das Schaufenster der nach wie vor überwiegend bäuerlichen Pferdezucht. Die auf den Auktionen angebotenen
Pferde haben durchgängig eine umfassende Grundausbildung erhalten,
mitunter gehören aber auch turniererfolgreiche und somit schon ältere
Pferde, die im Sport direkt einsetzbar sind, zum Aufgebot.
Das Renommee der Absatzzentren wird von mehreren Faktoren bestimmt:
Zunächst natürlich von den vermeintlichen Spitzenpferden,
die teilweise Preise im sechsstelligen Bereich erzielen, und vom
Durchschnittspreis, der mitunter als Preisbarometer für den Verkauf ab
Züchterstall herangezogen wird. Schlussendlich sind es aber im nationalen und
internationalen Sport erfolgreiche Pferde, die potentielle Käufer
langfristig an die Auktionen eines Zuchtgebiets binden.
Vorreiter in Sachen Reitpferdeauktionen war das ehemalige Hauptgestüt
Trakehnen, wo schon in der 1. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts
regelmäßig Absatz- veranstaltungen durchgeführt wurden; im übrigen
parallel zu den damals auch weiterhin bestehenden Remontemärkten. |