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Lotse

Lotse - Dank diesem Hengst gelang der hessischen Warmblutzucht die Umstellung "vom Karossier zum modernen Warmblut"

Deckeinsatz:
1963-1967 Gemünden/Wohra, 1968-1972 Fuldatal-Ihringshausen, 1972-1975 Butzbach, 1976-1978 Bad Nauheim-Wisselsheim, 1978 eingegangen.

gekörte Söhne:
Logos, Lord, Loriot, Luchinoalt

Für ganze 7.500 DM erwarb die hessische Auswahlkommission im Herbst 1962 den bedeutendsten Vererber der Hessenzucht auf dem Verdener Hengstmarkt. Mit 157 cm Körpergröße zwar eher knapprahmig nahm er seine Betrachter sofort durch seinen hochelastischen Bewegungsablauf gefangen und stach so deutlich aus den 65 Hengsten, die zur Körung anstanden, heraus. Der sollte es also sein! Großes Gangpotential war den Nachkommen des Lugano I schon immer eigen, so auch Lotse. Nach dem Ankauf wurden die Hessen dann doch etwas verunsichert, denn Der Löwe xx und seine Nachkommen waren damals ziemlich verschrien, zudem hatte Lotse viel Weiß im Augapfel. Doch die ursprüngliche Absicht der Hessen, auf dem Verdener Hengstmarkt 1962 mit möglichst wenig Geld und größtmöglicher Passion die Umstellung der hessischen Warmblutzucht vom Karossier zum modernen Warmblüter einzuleiten, ist letztlich durch Lotse voll gelungen. Im nächsten Jahr setzten sie sogar noch einen drauf und erwarben den braunen Vollbruder Lützow. Dieser vererbte mehr den Typ des Muttervaters Dwinger, war größer und kompakter und kam nicht ganz an die besondere Ausstrahlung seines Bruders Lotse heran. Dennoch war auch Lützow für die Hessenzucht ein wichtiger und überaus nützlicher Vererber.

Lotse hat das "Weiß" im Auge vielen Nachkommen mitgegeben, aber es hatte nichts mit Verschlagenheit zu tun, wie anfangs fälschlicherweise angenommen wurde. Selbst ein sicheres, leicht lernendes Dressurpferd, vererbte er diese Anlage auch vielfach. Zum Glück vererbte er recht selten seinen knappen Rahmen (ausgewachsen 162 Zentimeter). Insgesamt wurden Lotse 1152 Stuten zugeführt. Bei guter Befruchtung lieferte er der hessischen Reiterei und Zucht eine Vielzahl typvoller, leichtrittiger Nachkommen. Jahrelang stand er an der Spitze aller Hengste in Hessen. Besonders bekannt wurden Lorbas mit Wilhelm Bettinger, der später für Kanada am Weltcupfinale der Springreiter teilnahm, und Heike Kemmers Spitzenpferd Lotus 27, der übrigens das hannoversche Brandzeichen trug. Viele seiner Töchter wurden Hengstmütter; im Mannesstamm konnte Lotse sich jedoch trotz aller bekannten Qualitäten nicht halten. Sein bedeutendster Sohn war der aus einem westfälischen Stamm gezogene Fuchs Lord, der einer der bedeutendsten Vererber mit dem Hessenbrand wurde. Er war DLG-Hengst und lieferte sowohl Dressur- als auch Springpferde höchster Klasse. Seine rechte Schwester, die Schimmelstute Angela, war eine der renommiertesten hessischen Ausstellungsstuten ihrer Zeit. Der Rappe Logos war ein geschätzter und auf DLG-Ausstellungen für Hessen erfolgreicher Vererber. Loriot war etwas stramm in der Niere und hat trotz einiger Chancen nur wenig Einfluss gewonnen. Er deckte im Alter noch als Privathengst in Hannover. Luchino blieb bedeutungslos.

Es ist bedauerlich, dass nicht noch mehr der im besten Sportpferdetyp stehenden Lotse-Söhne als Beschäler in die hessische Zucht gelangten.









Lotse





Lugano I



Der Löwe xx


Wahnfried xx


Flamboyant xx


Lehnsherrin xx


Fervor xx



Altwunder


Albaner


Allweiser II


Friesentreue


Friesenkönig





Dünenflora



Dwinger


Detektiv


Desmond


Flintje


Flint



Negerfräulein


Neringo I


Nenner


Stute v.


Nagel


 


Termine

Samstag, 19.05.
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