Donnerhall, erfolgreichster Dressurhengst der Welt, ist tot
Als
am 30. Mai 1981 bei Otto Gärtner im holsteinischen Wensin ein Hengstfohlen
von Donnerwetter aus der Ninette von Markus-Carnot das Licht der Welt
erblickt, konnte niemand ahnen, dass dieser später Donnerhall getaufte
Dunkelfuchs einmal einen Siegeszug antreten sollte wie kein Hengst vor
ihm. Und kein anderer verkörperte die geglückte Symbiose eines
in der Zucht wie im Sport erfolgreichen Hengstes in so überzeugender
Art und Weise wie dieser Schokoladenfuchs.
Donnerhall wächst auf dem Grönwoldhof des unvergessenen Otto
Schulte-Frohlinde auf - eine Schicksalsbegegnung.
Anlässlich der Oldenburger Körung 1983 präsentiert sich
der seinerzeit noch ein wenig schmale Fuchs mit seiner schön gezeichneten
Blesse noch unspektakulär, erhält jedoch den Körsegen.
Doch der erste Triumph lässt nicht lange auf sich warten: Ein Jahr
später absolviert Donnerhall seine Leistungsprüfung in Adelheidsdorf
als Reservesieger mit über 130 Punkten. In puncto Rittigkeit übertrifft
er sämtliche Mitbewerber.
Herbert und Karin Rehbein zeichnen fortan für die Ausbildung von
Donnerhall, der sich als Musterschüler entpuppt, verantwortlich.
Alles passt zusammen: Donnerhalls Leistungsbereitschaft, seine Rittigkeit
und seine erstklassigen Grundgangarten prädestinieren ihn geradezu
für eine internationale Karriere auf dem Dressurviereck. 1986 steht
er erneut im Rampenlicht: Siegerhengst der DLG-Ausstellung in Hannover.
Unvergessen bleibt der anschließende Auftritt unter Karin Rehbein,
die ihn durch die Arena tanzen lässt.
Schnell können sich Donnerhall und Karin Rehbein im Dressuroberhaus
etablieren, problemlos gelingt ihnen der Sprung in die schwere Klasse,
es folgen hohe Platzierungen und Siege in Grand Prix, Grand Prix Special
und Grand Prix-Küren.
1994, Donnerhall hat sich mit seinen gekörten Söhnen, hochdekorierten
Töchtern und zahlreichen Sportpferden längst einen klangvollen
Ruf als Ausnahmevererber erworben, kehrt er von den Weltmeisterschaften
in Den Haag mit Mannschaftsgold und Einzelbronze, die er sich nach einem
faszinierenden Kürauftritt sichert, zurück. Bei den Europameisterschaften
in Verden 1997 gehören Karin Rehbein und Donnerhall erneut zum
Goldteam und gewinnen zusätzlich Einzelbronze.
Mit dem inzwischen 17-jährigen Hengst zählt Karin Rehbein
1998 bei den Weltmeisterschaften in Rom erneut zum deutschen Goldteam
und belegt in der Einzelwertung einen hervorragenden 4. Platz.
Seiner sportlichen Leistung, ausgewiesen durch eine Gewinnsumme von
nahezu 640.000.- DM, steht seiner Bedeutung als Vererber in nichts nach:
77 gekörte Söhne gehen auf sein züchterisches Konto,
von weit über 450 eingetragenen Stuten erhielten 84 die Staatsprämie,
darunter die Siegerstuten Primavera und Hallo, über 300 Nachkommen
sind als Sportpferde registriert.
Unvergessen bleibt sein letzter öffentlicher Auftritt unter seiner
Meisterreiterin Karin Rehbein beim Gala-Abend der Oldenburger Körung
1998: Kinder mit Laternen bilden eine schmale Gasse, durch die Donnerhall
Richtung Ausgang passagiert.
Fortan widmet er sich nur noch seinen Vaterpflichten auf dem Grönwohldhof,
wo einst seine großartige Karriere begann.
Am 14. Januar 2002 ist Donnerhall an einer akuten Darmvergiftung eingegangen.
Donnerhall, schon zu Lebzeiten eine Legende, lebt nicht mehr.
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