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Pilot

Pilot - ein Springvererber, der "Berge versetzte"

41-00841-74
B. H., geb. 1974, Stm. 167 cm
Züchter: Christa Geldbach, Marl

Pilot war der jüngste Springpferde-Millionär, den es je unter Deutschlands Hengsten gab. Vom Fleck weg war er ein Markenbegriff für Springvererbung, und zwar weit über Westfalens Grenzen hinaus. Als Wolfgang Brinkmann auf dem Pilot-Sohn Pedro 1988 Mannschafts-Gold bei der Olympiade in Seoul gewann, war Pilot gerade 14jährig und auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn. Leider ging es ihm bereits zu diesem Zeitpunkt gesundheitlich schon nicht mehr besonders gut, so daß er 1989 und 1990 nicht mehr außerhalb stationiert wurde, sondern auf der Besamungsstation in Warendorf blieb. Derweil setzten seine springenden Nachkommen ihre Siegeszüge rund um den Globus fort: Pirol/Lesley Mc Naught, P. S. Priamos/Ludger Beerbaum bzw. Dirk Hafemeister, Prinzregent 7/Norbert Koof und zahllose weitere.

Vielen Pilot-Nachkommen eilte, nicht zu Unrecht, der Ruf voraus, ein Profi-Pferd zu sein. Auch wenn der FN-Zuchtwert Dressur etwas anderes sagt, so ist doch bekannt, daß Pilot-Kinder dressurmäßigen Beanspruchungen nicht unbedingt zugetan waren. Pilot vertritt die "zweite" westfälische P-Linie. Nimmt man als "erste P-Linie" die des Papayer xx (über Paradox I und II) an, so führt der genealogische "Weg" des Pilot über Pilatus und Perseus zurück zum Vollblüter Pluchino xx, der von 1958 bis 1975 als Privathengst im Gestüt Werthmann (Soest-Lühringsen) wirkte. Pilatus, ebenfalls Privathengst in Westfalen, brachte in Polydor sein zweites Meisterstück. Mütterlicherseits führt Pilot den Spitzenvererber Graphit. Die Großmutter Kornelia, eine Tochter des letzten Original-Trakehners Keith, fohlte von verschiedenen Hengsten Spitzenprodukte.

So brachte sie mit Duden II das Springpferd Darling Boy, der mit Wolfgang Behne in stets rasanter Fahrt viele Erfolge sammelte, und mit dem Trakehner Top-Vererber Mahagoni den Hengst Macon, der zunächst kurz im Gestüt Eichengrund wirkte und später in Schweden deckte. Pilot ist nur 17 Jahre alt geworden und hat in vergleichsweise wenigen Jahren die sprichwörtlichen "Berge versetzt". Viele Söhne wurden getestet, etliche haben gut eingeschlagen, andere überhaupt nicht. Soll heißen: Pro Pilot II, Power Game, Pilot’s Highlight und Palazzo waren unfruchtbar, bei einigen weiteren gab es Fruchtbarkeitsprobleme. Nachdem sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechterte, wurde Pilot Anfang 1991 getötet. Zeitlebens wurde von ihm während der Marstallzeit hochklassiges Tiefgefriersperma gewonnen, das teilweise noch heute zum Einsatz kommt. Auf diesem Wege zeugte Pilot schon zu Lebzeiten etwa gekörte Söhne in Bayern, so etwa Polling. 1998 waren zwei Pilot-Kinder Kandidaten der westfälischen Fohlenauktion.

 


Termine

Samstag, 19.05.
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