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Deckeinsatz: 1970-1976
Gestüt Schmidt-Ankum, Dezember 1976 eingegangen
gekörte Söhne: Carrera,
Cavalier, Caracas, Cordial, Calderon, Cardinar
Der dunkelbraune Vollblüter
Cardinal xx deckte von 1970 bis 1976 im artländischen Privatgestüt
Schmidt-Ankum. Wenn man bedenkt, daß er nur sieben Jahre wirkte
und in einer Zeit als Privathengste von den Zuchtleitungen
noch stark geschmäht wurden, nicht das beste Stutenmaterial
zugeführt bekam, dann sind seine Erfolge schier unglaublich.
Cardinal xx war reinerbig dunkel, vererbte durchschlagend
seinen Adel und herausragende Rittigkeit. Anfangs hieß es
noch von Kritikern und Neidern: "Der macht doch nur hübsche
Strampelpüppchen." Aber Cardinal xx, der am 4. Dezember 1976
viel zu früh von der züchterischen Bühne abtrat, ließ posthum
alle Kritiker bald verstummen. Seine Schimmelsöhne Colorado
17/Monica Theodorescu und Cortino 4/Petra Epping sind nur
zwei der herausragenden Dressurpferde aus der großen Schar
derer, deren Karriereweg in die höchsten Klassen führte. Auch
springen konnten die Cardinal xx-Kinder, wenngleich die meisten
von ihnen, ihres Typs, der hervorragenden Rittigkeit und Grundgangartenqualität
wegen, einen Weg im Viereck einschlugen. Von Cardinal xx stand
noch über Jahre Gefriersperma zur Verfügung, das auch von
den Züchtern aufgebraucht wurde. Aus TG-Besamungen stammen
beispielsweise die gekörten Vollbrüder Calderon und Cardinar.
Der Schimmel Calderon wurde im hessischen Landgestüt Dillenburg
zu einem gefragen Vererber; sein jüngerer Vollbruder Cardinar
deckte ein Jahr (1989) im Gestüt Schmidt-Ankum und wechselte
nach vergleichsweise bescheidener Hengstleistungsprüfung nach
Großbritannien über.
Die bedeutendsten Cardinal xx-Söhne
in der Zucht sind fraglos der Westfale Carrera (Ldb. Warendorf)
und der Hannoveraner Cavalier (Ldb. Celle) geworden. Carrera
deckte auf verschiedenen Stationen (Südkamen und Lügde) im
NRW-Zuchtgebiet und war zeitweise verkannt, so daß er gar
einige Jahre Reitschulhengst war. Sein gekörter Sohn Calypso,
der in Deutschland nicht gedeckt hatte, kam als "Starman"
mit der US-Amerikanerin Anne Kursinski zu großen Ehren im
internationalen Spitzen-Springsport. Carrera wurde dann als
Beschäler wieder reaktiviert, mußte aber Ende 1990 getötet
werden. Während sich das Cardinal xx-Blut in Westfalen nicht
halten konnte, besteht in Hannover durchaus noch berechtigte
Hoffnung. Der stets begehrte Cavalier stand zu Beginn seiner
Hengstkarriere 1975 in Grethem, einer Station, die nicht unbedingt
im Zentrum des züchterischen Geschehens im hannoverschen Zuchtgebiet
stand. Cavalier vererbte sich hervorragend: Tolle Sportler
für Dressur und Springen, gute Mutterstuten, etliche Auktionspferde,
aber keine männlichen Nachfolger. Daran änderte sich auch
in der Wirkungszeit auf der südniedersächsischen Station Spanbeck
(1984-1987), von wo eigentlich nie wesentliche züchterische
Impulse ausgegangen sind, nichts. Gerne hätte man ihn dort
behalten, doch die Gründe für die Umstationierung nach Landesbrück
im Hochzuchtgebiet an der Elbe lagen klar auf der Hand: Cavalier
sollte Hengste machen! Im Nachhinein muß man sagen, daß dieser
Plan aufgegangen ist.
Für das Landgestüt Celle stellte
er den ungemein geschmackvollen Fuchs Cordoba, in Privathand
fanden Camaran und Certain Aufstellung und Cointreau wurde
Landbeschäler in Schwaiganger. Der ebenfalls für Celle rekrutierte
Caracas war unfruchtbar und der hochwertvoll gezogene Cordial,
der seinerseits den schön gemachten Charmeur zu stellen vermochte,
geriet in Vergessenheit.
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