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Deckeinsatz: 1944-1949
Landesbrück, 1950-1959 Frankenburg, 1960-1967 Baljerdorf,
1968-1970 Gestüt Piber/Österreich, 1970 eingeschläfert.
Gekörte Söhne: 13 - Felsblock,
Fürst Ferdinand, Ferdi, Walzer, Wedekind, Wegerich, Wendekreis,
Winnetou, Fetisch, Fernando, Ferman, Fenito, Fasching
Hengstschicksale wie die des
Ferdinand sind in der heutigen Zeit kaum mehr vorstellbar.
Er war das plakative Beispiel der vielzitierten Karriere "vom
Tellerwäscher zum Millionär". Ferdinand war immer ein harter,
nerviger Hengst. Seine sehr gute Schulter wurde schnell deutlich,
er hatte genügend Widerrist und im Alter auch eine gute Halsung.
Im Ganzen war er aber quadratisch und trug einen recht großen
Kopf. Das Hinterbein war etwas gewinkelt, der Gang gerade
und schwungvoll. In jüngeren Jahren machte er wenig her. Er
war dünn im Hals, spitz und wenig bemuskelt in der Kruppenpartie.
Zunächst stand der 1941 geborene braune Hengst von 1944 bis
1949 in Landesbrück, der heutigen Vorzeigestation im hannoverschen
Hochzuchtgebiet Kehdingen. Dort hatte er nicht viel zu tun,
er lieferte zwar einige Stuten und den Hengst Felsblock, der
rasch wieder aus dem Celler Bestand ausschied, aber die Züchter
trauerten ihm keine Träne nach, als er nach Frankenburg umgestellt
wurde.
Eigentlich kein Wunder, denn
seine Nachkommen hatten in den ersten Jahren den Eindruck,
den der Hengst selbst hinterließ, nicht verbessern können.
Auch sie fielen durch kurze Hälse und kurze Kruppen auf, waren
oft spätreif, hatten offene Flanken, kurze Hosen und teilweise
schlechte Sattellagen. Auf der Station Frankenburg in der
Nähe von Bremen fielen dann die ersten herausragenden Nachkommen
von Ferdinand. Der Stern des Ferdi (mit Alwin Schockemöhle)
begann zu leuchten und auf einmal wurde aus Ferdinand ein
sehr begehrter Hengst, der mit der nochmaligen Umstationierung
(1960) ins Hochzuchtgebiet, und zwar nach Baljerdorf, die
Nachbarstation seiner ersten Wirkungsstätte eine echte Chance
erhielt. Hier hinterließ Ferdinand mehrere gekörte Söhne.
Für Celle stellte er die bekannten Vererber Wedekind, Wendekreis
und Winnetou, in Westfalen wirkte Fürst Ferdinand (später
Zangersheide), in Oldenburg stand Walzer und in Ostfriesland
Wegerich. Vor allem die drei Erstgenannten stellten das Erbgut
ihres Vaters durch starke Benutzung auf eine breitere Basis.
Fürst Ferdinand war u. a. Vollbruder der Erfolgspferde Faustus
und Funchal/Hendrik Snoek. Sein bester Sohn im Viereck war
Mehmed, mit dem Dr. Reiner Klimke 1974 Weltmeister der Dressurreiter
wurde. Mehmed war sicherlich mehr ein Zufallsprodukt, denn
die große Stärke der Ferdinand-Kinder war das Springen. Die
Töchter waren überwiegend in der Zucht erfolgreich, im Sport
wurde lediglich Feuertaufe/Carde Richter besser bekannt. Ferdinand
war seinerzeit der erste Gewinnsummen-Millionär unter Deutschlands
Hengsten. Mit 26 Jahren wurde der reinerbig dunkle Hengst
(er machte nur Braune und Rappen) ins österreichische Staatsgestüt
Piber abgegeben. Im Höhenklima von Piber waren ihm noch drei
Jahre segensreichen Wirkens beschieden. Er hat in Piber noch
mehrere gekörte Söhne hinterlassen, sowie einige wertvolle
Mutterstuten. 29jährig wurde er eingeschläfert.
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