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Ferdinand

31-03406-41
B. H., geb. 1941, Stm. 164 cm
Züchter: Gustav Hansing, Fleeste, Kr. Wesermünde



*Herzenskind


Irland



Helgoland I


Onerdina

Indigo
 

Arfella

Halt





Oberamtmann

Phantast

Aland

Honorat

Ferrara


Arlenda



Feinschnitt I


Conil

Alcantara I

Abisira

Feiner Kerl





Colani

Aland

Aconit

Fling

Deckeinsatz: 1944-1949 Landesbrück, 1950-1959 Frankenburg, 1960-1967 Baljerdorf, 1968-1970 Gestüt Piber/Österreich, 1970 eingeschläfert.

Gekörte Söhne: 13 - Felsblock, Fürst Ferdinand, Ferdi, Walzer, Wedekind, Wegerich, Wendekreis, Winnetou, Fetisch, Fernando, Ferman, Fenito, Fasching

Hengstschicksale wie die des Ferdinand sind in der heutigen Zeit kaum mehr vorstellbar. Er war das plakative Beispiel der vielzitierten Karriere "vom Tellerwäscher zum Millionär". Ferdinand war immer ein harter, nerviger Hengst. Seine sehr gute Schulter wurde schnell deutlich, er hatte genügend Widerrist und im Alter auch eine gute Halsung. Im Ganzen war er aber quadratisch und trug einen recht großen Kopf. Das Hinterbein war etwas gewinkelt, der Gang gerade und schwungvoll. In jüngeren Jahren machte er wenig her. Er war dünn im Hals, spitz und wenig bemuskelt in der Kruppenpartie. Zunächst stand der 1941 geborene braune Hengst von 1944 bis 1949 in Landesbrück, der heutigen Vorzeigestation im hannoverschen Hochzuchtgebiet Kehdingen. Dort hatte er nicht viel zu tun, er lieferte zwar einige Stuten und den Hengst Felsblock, der rasch wieder aus dem Celler Bestand ausschied, aber die Züchter trauerten ihm keine Träne nach, als er nach Frankenburg umgestellt wurde.

Eigentlich kein Wunder, denn seine Nachkommen hatten in den ersten Jahren den Eindruck, den der Hengst selbst hinterließ, nicht verbessern können. Auch sie fielen durch kurze Hälse und kurze Kruppen auf, waren oft spätreif, hatten offene Flanken, kurze Hosen und teilweise schlechte Sattellagen. Auf der Station Frankenburg in der Nähe von Bremen fielen dann die ersten herausragenden Nachkommen von Ferdinand. Der Stern des Ferdi (mit Alwin Schockemöhle) begann zu leuchten und auf einmal wurde aus Ferdinand ein sehr begehrter Hengst, der mit der nochmaligen Umstationierung (1960) ins Hochzuchtgebiet, und zwar nach Baljerdorf, die Nachbarstation seiner ersten Wirkungsstätte eine echte Chance erhielt. Hier hinterließ Ferdinand mehrere gekörte Söhne. Für Celle stellte er die bekannten Vererber Wedekind, Wendekreis und Winnetou, in Westfalen wirkte Fürst Ferdinand (später Zangersheide), in Oldenburg stand Walzer und in Ostfriesland Wegerich. Vor allem die drei Erstgenannten stellten das Erbgut ihres Vaters durch starke Benutzung auf eine breitere Basis. Fürst Ferdinand war u. a. Vollbruder der Erfolgspferde Faustus und Funchal/Hendrik Snoek. Sein bester Sohn im Viereck war Mehmed, mit dem Dr. Reiner Klimke 1974 Weltmeister der Dressurreiter wurde. Mehmed war sicherlich mehr ein Zufallsprodukt, denn die große Stärke der Ferdinand-Kinder war das Springen. Die Töchter waren überwiegend in der Zucht erfolgreich, im Sport wurde lediglich Feuertaufe/Carde Richter besser bekannt. Ferdinand war seinerzeit der erste Gewinnsummen-Millionär unter Deutschlands Hengsten. Mit 26 Jahren wurde der reinerbig dunkle Hengst (er machte nur Braune und Rappen) ins österreichische Staatsgestüt Piber abgegeben. Im Höhenklima von Piber waren ihm noch drei Jahre segensreichen Wirkens beschieden. Er hat in Piber noch mehrere gekörte Söhne hinterlassen, sowie einige wertvolle Mutterstuten. 29jährig wurde er eingeschläfert.

 

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