|
Deckeinsatz: 1968 Reinheim
und Kevelaer, 1969-1972 Reinheim, 1973-1988 Hückeswagen, 1988
eingegangen
gekörte Söhne: Arogno,
Avignon, Ayacucho, Damaskus, Don, Franziskaner, Gajus, Grandioso,
Halifax, Hemmingway, Hitchcock, Istanbul, Memphis, Rubin,
Troubadour, Vargese
Der fast abzeichenlose dunkelbraune
Vererber Flaneur war einer der bedeutendsten Hengste in der
Trakehner Zucht. Sein Vater, der Schimmel Maharadscha war
über Famulus ein Enkel des Vollblutarabers Fetysz ox. Die
Mutter Flocke, eine Tochter des wertvollen Gabriel, brachte
ein Jahr zuvor aus gleicher Anpaarung den nach seinem Vater
benannten, relativ bunten Fuchs Mahdi, der als Landbeschäler
im ehemaligen bayerischen Landgestüt Landshut wirkte und herausragende
Leistungspferde in Bayern hinterließ, in der eigenen Population
doch nur wenig genutzt wurde. Aus der Trakehner Stutenfamilie
der Flamme 219 (v. Tauentzien-Eskimo), der Flaneur und Mahdi
entstammen gingen außerdem die Hengste Fahnenträger II (PB
Oldbg., Hess.), Falkner (PB Holst., DK), der Körsieger Farinelli
(LH Ldg. Neustadt/Dosse), Feingeist (PB Holst.) und Flugwind
(PB Westf.) hervor. Flaneur war Reservesieger des Trakehner
Hengstmarkts 1967 in Neumünster. Ein Jahr darauf erhielt er
in der Hengstprüfungsanstalt Westercelle (heute Adelheidsdorf)
folgendes Trainingsprotokoll: "Ruhiges, sehr ausgeglichenes
Temperament, verspielt, doch gut im Charakter. Konstitution
straff und fest. Gute Rittigkeit, im Gleichgewicht, unkompliziert
und bequem zu reiten. Springanlage guter Durchschnitt, allgemeine
Leistungsfähigkeit gut; Schritt gut im Raumgriff, schwungvoller
Trab, gut im Takt, ausgewogener, losgelassener Galopp. Ein
Hengst mit vielen Möglichkeiten."Seine Exterieurbeschreibung
im "Trakehner Hengstbuch 1975" war nicht minder exquisit:
"Ausgezeichnetes Modell mit viel Bedeutung in der ganzen Erscheinung.
Typvoller Kopf, guter Hals, gut gelagerte, breite und gut
bemuskelte Schulter; gut und gleichmäßig ausgebildeter Körper.
Recht kräftiges und korrektes Fundament mit guten, geraden
Bewegungen". Die Qualitäten des Hengstes waren somit also
schon früh bekannt geworden. Aus der ersten Decksaison (1968),
die Flaneur teilweise auf dem Vogelsangshof bei Familie Hoogen
im Rheinland verbrachte, resultierte der Hengstsohn Rubin.
Dieser kam nach anfänglicher Nutzung als Reithengst ebenfalls
auf dem Vogelsangshof zum Einsatz, wo er den rheinischen HLP-Sieger
Rembrandt und Majoran zeugte. Letzterer wurde wiederum Vater
des geschätzten Körsiegers Preußenprinz. Die größte Bedeutung
unter den Hengstsöhnen kommt jedoch unzweifelhaft Arogno zu.
Dieser hochklassige Beschäler deckte lange als Boxennachbar
seines Vaters Flaneur in Hückeswagen auf dem Gestüt Dr. Reimer,
ehe er für die Landespferdezuchten hoffähig wurde. Arognos
Sohn Karon hatte mehr die Funktion einer "Verlängerungsschnur"
zwischen Arogno und Caprimond. Weder in seiner eigenen Population
noch in den Landeszuchten Hannovers und Oldenburgs konnte
Karon überzeugen. Doch der Flaneur-Urenkel Caprimond, seines
Zeichens Elitehengst, hat das väterliche Erbgut der Fetysz
ox-Linie wieder auf eine breite Basis bringen können. Mit
dem lange Jahre als Reithengst genutzten Gajus ist 1999 noch
ein direkter Sohn des Flaneur im Einsatz.
|