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Deckeinsatz: bis 1971
Sporthengst, 1972-1974 Neustadt/Dosse, 1975-1976 Groß Beuthen,
1977-1978 Moritzburg, 1979-1981 Apenburg, 1981 getötet
gekörte Söhne: Kobold
I, Kobold II, Komparse, Kontakt, Kosmos I, Kosmos II
Immer wieder kommt es vor, daß
Hengstlinien im Ursprungsland erlöschen, in benachbarten Zuchtgebieten
aber zu großer Blüte gelangen. So war die Linie des Großinquisitor
xx in Hannover nur ein "Strohfeuer", in Westfalen und der
ehemaligen DDR dagegen gelangte sie zu großer Blüte. Ähnlich
gelagert ist die Geschichte der K-Linie, die mit dem Einsatz
des Vollblüters Kingdom xx auf der Celler Landgestütsstation
Otersen 1889 begann, in den 50er Jahren aber erlosch. Wäre
da nicht der in den Kriegswirren nach Mecklenburg versprengte
Hengst Körling gewesen, der bis zu seiner Identifizierung
als "Tropfen" in den Gestütsbüchern geführt wurde, gäbe es
das K-Blut sicherlich auch heute nicht mehr. Die gekörten
Söhne Kondor, Korse, Künstler und Konsul blieben züchterisch
unbedeutend. Komet schließlich war der fünfte Hengstsohn des
Körling, mit einer etwas abenteuerlichen Vorgeschichte. 1959
geboren, wurde er im Herbst 1961 von der Körkommission abgeschmettert
und unter Umgehung des in der DDR herrschenden staatlichen
Kastrationszwanges als Sportpferd verkauft. Der im Springsport
und im modernen Fünfkampf eingesetzte Hengst zog die Aufmerksamkeit
der Neustädter Gestütsleitung auf sich, und zwar zu einer
Zeit, als man die K-Linie auch im Osten längst erloschen glaubte.
Komet wechselte nach Neustadt über und wurde 1971 als bereits
Zwölfjähriger auf einer Sonderkörung gekört. Aus seiner ersten
Wirkungsperiode als Hauptbeschäler in Neustadt resultieren
die sechs gekörten Söhne, von denen Kosmos I, vor allem aber
Kontakt und Kobold I große Bedeutung erlangten. Kontakt war
wie die meisten Vertreter dieser Linie ein Schimmel, der seinen
Kindern oftmals Übergröße und einen großen Kopf, aber auch
viel Springvermögen vererbte. Er wurde nach der politischen
Wende an Hans Negendank nach Schweden verkauft. Kobold I ist
es gelungen, die K-Linie zu aktivieren bzw. zu ihrer heutigen
Bedeutung zu verhelfen. Als Landbeschäler in Redefin war er
lange Jahre im Deckeinsatz und zeugte den großartigen Springpferdevererber
Kolibri, der bereits seit Jahren die meisten Stuten aller
Hengste der nun auch nicht mehr ganz neuen Bundesländer zu
decken bekommt. Völlig zu Recht: Seine Nachkommen sind Springpferde
der Extraklasse, die vielfach von internationalen Spitzenreitern
geritten werden.
Der von Bernd Eylers kreierte
Wanderpreis für den Züchter des Körsiegers der Zuchtverbände
Sachsen-Anhalt und Berlin-Brandenburg ist eine Tisch-Bronze
des Kolibri. Dieser wird auch als "Landgraf des Ostens" bezeichnet,
wenngleich er nach Farbe und Erscheinung und selbstredend
auch in der Vererbung wohl eher mit Hannovers Gotthard gleichzusetzen
ist. Denn auch dieser vererbte sich am besten mit Blutstuten.
Es ist übrigens geplant, Kolibri ein lebensgroßes Bronze-Denkmal
zu setzen. Die Schimmelfarbe als signifikantes Markenzeichen
dieser Linie steuerte übrigens Amurath I als mütterlicher
Urgroßvater des 1930 geborenen Körling-Vaters Körting bei.
Und bei eben diesem Amurath I liegt der Ursprung der Schimmelfarbe
beim erwähnten Gotthard und des so wichtigen Springvererbers
der 60er Jahre, Agram. Diese beiden Hauptvererber stammten
nämlich beide aus Töchtern von Amateur I, der seinerseits
wiederum Amurath I-Enkel war.
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