NORDRHEIN-WESTFÄLISCHES LANDGESTÜT WARENDORF
Die Zusage zur Gründung eines Landgestüts zwischen
Weser und Rhein erfolgte seitens der preußischen Gestütsverwaltung
zwar schon 1816, doch erst 10 Jahre später bezogen 13 ostpreußisch
gezogene Hengste ihre Beschälerboxen.
Der stetigen Nachfrage seitens der Züchter in der Rheinprovinz nach
Staatshengsten folgte die Gründung eines weiteren Landgestüts:
Ab 1839 nahmen die Hengste des Rheinischen Landgestüts Wickrath prägenden
Einfluß auf die rheinische Pferdezucht.
In der 1. Hälfte des 20.Jahrhunderts vornehmlich mit Kaltbluthengsten
besetzt, wurde der Gestütsbetrieb 1957, nicht zuletzt vor dem Hintergrund
mangelnder Nachfrage nach Kaltblütern, eingestellt und die verbliebenen
Hengste in den Warendorfer Beschälerbestand eingereiht.
Seither ist Warendorf - wieder - Nordrhein-Westfälisches Landgestüt.
Zunächst kamen edle, blutgeprägte Hengste zum
Einsatz, die dann aber als Folge der Intensivierung des Ackerbaus von
schweren Hengsten, Oldenburgern und Ostfriesen abgelöst wurden.
Die große Wende wurde nach dem 1. Weltkrieg durch den massiven Einsatz
hannoverscher Hengste eingeläutet, deren Blut sich bis heute in zahlreichen
Mutterstämmen gehalten hat.
Zu den Stempelhengsten neuerer Zeit entwickelte sich der mächtige
Frühling, über seine Söhne Frühlingstraum II und Frühlingsball
Gründer einer eigenen Hengstlinie.
Papayer xx hat sich besonders über Paradox I, seinerzeit mit seinen
Nachkommen jüngster Gewinnsummen-Millionär, einen Namen machen
können. Auch er konnte eine eigene Hengstlinie begründen - nicht
nur in Westfalen.
Gleiches gilt für die Pilatus-Söhne Polydor und Pilot, wobei
Polydor zwei Mal in Folge zum erfolgreichsten Springpferdevererber der
Welt avancierte und eine Vielzahl gekörter Söhne und Enkel hinterließ.
Großes vollbrachte der kleine Schimmelhengst Ramzes x, besonders
über den bis Grand Prix ausgebildeten Radetzky, Gründer einer
bis heute blühenden Dynastie dressurbegabter Hengste, während
der Holsteiner Ramiro über das Gestüt Vornholz Springblut nach
Westfalen brachte. Der Hannoveraner Duellant hinterließ unter anderem
über Damhirsch, Damokles, Ducker und den ganggewaltigen Doktor ebenso
seine Spuren wie in jüngster Zeit der Anglo-Normanne Furioso II über
Fidelio und Freigraf, deren Söhne Florestan I und Ferragamo das Format
künftiger Stempelhengste haben.
Florestan I wurde gar auserkoren, die Holsteiner Zucht auf
Trab zu bringen. Hannover hat zudem durch die G-Linie, besonders über
Grande und Goldlack, Einfluß nehmen können, während Weinberg
v. Weinhang sich besonders durch seine im Sport erfolgreichen Nachkommen
einen Namen machte.
Angelo xx, Vater des unvergessenen Ahlerich unter Dr. Reiner Klimke, zählte
neben Blauspecht xx, der sich über Bariton und dessen Söhne
Barring, Barlöwe und Barbados durchsetzen konnte, zu den besten Vollblütern
des Landgestüts, während Der Löwe xx, Sinus xx, Lucius
xx und Ben Shirin xx, über seinen Sohn Bengale Lieferant einiger
Spitzenspringpferde, nur noch im Mutterstamm von Bedeutung sind.
Traditionell gehören seit Jahrzehnten auch rheinische Hengste zum
Beschälerbestand, darunter die HLP-Sieger Ehrentusch v. Ehrensold
sowie die Polydor-Söhne Potsdam und Polany. Neben Hengsten aus Hannover,
Oldenburg und Holstein kommen auch französische Hengste mit hohem
Blutanteil zum Einsatz, darunter Nobelpreis, Upan la Jarthe AA und Monsieur
AA.
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Trakehnerblut ist vornehmlich über die rheinischen
Landbeschäler vertreten, doch nach jahrelanger Abstinenz steht seit
1996 auch wieder ein Hengst mit der Elchschaufel in den Diensten des Landgestüts:
St. Tropez v. Tolstoi.
Ausgewählte Hengste werden von Heinrich-Wilhelm Johannsmann mit großem
Erfolg im internationalen Springsport eingesetzt, darunter Prosario NRW
v. Pinocchio, Gralshüter v. Gralsritter und Focus v. Florestan I.
Im Parcours erfolgreich sind zudem Flieder v. Florestan I und Potsdam
v. Polydor.
Als Dressurspezialisten entpuppten sich der ehemalige Bundeschampion Fidermark
v. Florestan I und der bis Grand Prix erfolgreiche Festivo v. Frühlingsball.
Zum Landgestüt gehört die 1968 angegliederte Deutsche
Reitschule, Ausbildungsstätte zukünftiger Berufsreiter. Den
jährlich über 700 Schülern stehen größtenteils
Hengste zur Verfügung.
In der angeschlossenen Hengstprüfungsanstalt werden nicht nur die
Gestüts-, sondern auch Privathengste geprüft.
Publikumslieblinge der Hengstparaden sind die Kaltblüter, deren Fortbestand
nicht zuletzt dem Landgestüt zu verdanken ist. Unvergessen bleibt
der Braunschimmel Nippes I, der mithalf, den Fortbestand der Kaltblutrasse
zu sichern.
Heute prägen fast ausnahmslos gängige Kaltblutfüchse das
Bild.
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Nordrhein-Westfälisches Landgestüt
Leitung: Frau Susanne Rimkus
Sassenberger Str. 11
D-48231 Warendorf
Tel.: 0049-(0)2581-63690
Fax.: 0049-(0)2581-63650
e-mail: info@landgestuet.nrw.de
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Susanne Rimkus |
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