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von Julia Wentscher
Fotos: Bernd Eylers (19), Werner Ernst (1)

"Auf den Flügeln des Olymp", "nach striktem Goldrezept gezüchtet", "ein Jahrhunderthengst" - die Lobeshymnen auf den Glanzrappen klingen pathetisch. Nicht zu Unrecht. Ein Hengst wie Rubinstein, der im Juni 2000 14-jährig viel zu früh von dieser Welt gehen musste, hat sie nicht nur verdient, er hat sie auch unter Beweis gestellt - und das mehrfach. 40 Siege auf Grand Prix-Niveau, Mitglied des deutschen Olympiakaders 1996, Vater von 89 Staatsprämienstuten und 66 gekörten Hengsten, von Auktionsspitzen und Grand Prix-Siegern.

"Ein Jüngling ohne Schweif", erinnert sich Gudula Vorwerk-Happ an den ersten Eindruck des dreijährigen Rubinsteins. Zwischen Kühen und anderen Junghengsten stand der Rappe auf der Diele seines Züchters Herbert de Baey. Noch etwas schmal und jugendlich, nicht der Allergrößte - als ein die Blicke auf sich ziehender Star präsentierte er sich wahrlich nicht. Doch er beeindruckte auf seine Art. "Rubinstein war schon als Fohlen ein Pferd, das durch seine Schönheit und vor allem seine Unkompliziertheit auffiel. Fast war er ein bisschen zu lieb, man merkte gar nicht, dass er Hengst war. In der Herde ging er Streitigkeiten lieber aus dem Weg, als Theater anzufangen. Jeder konnte mit ihm umgehen", denkt sein Züchter Herbert de Baey zurück.

Dieser Mann, ein ruhiger, mit einer gehörigen Portion "Bauernschläue" versehener Westfale, vollbrachte im Terzett, was anderen nicht einmal als Solo gelingt: Er züchtete drei Olympiadressurpferde, die zu Legenden wurden: Ahlerich, mit dem unvergessenen Dr. Reiner Klimke zweifacher Mannschaft-Olympiasieger von Los Angeles und Seoul, sowie strahlender Einzel-Goldmedaillengewinner von Los Angeles. Der zweifache Welt- und vierfache Europameister war lange Zeit das erfolgreichste Dressurpferd der Welt.

Auch sein Vollbruder Amon nahm dreimal an Olympischen Spielen teil (rechnet man Rotterdam 1980 mit), war unter Annemarie Sanders-Keyzer das erfolgreichste Dressurpferd der Niederlande, wo er lange als unschlagbar galt - siebenmal holte er sich den niederländischen Meistertitel. Amon ging im Oktober 2000 im hohen Alter von 32 Jahren ein. Und dann natürlich Rembrandt, der elegante Tänzer, der mit Nicole Uphoff durch die großen Dressurvierecke der Welt schwebte und das Publikum mit seiner fantastischen Leichtigkeit verzauberte. Zweimal holte er mit seiner Reiterin Einzel- und Mannschaftsgold, machte sie zur jüngsten Olympiasiegerin aller Zeiten und durchbrach 1990 die Schallmauer der magischen 1500 Punkte-Grenze: Weltmeister.

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Rohdiamant

 


Rembrandt - eines der erfolgreichsten Dressurpferde der Welt - beim Spazierritt mir Nicole Uphoff

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